"RETTET DIE NASHÖRNER" e.V.
 
Kilian`s Aktion zum Schutz der afrikanischen Spitzmaulnashörner

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"RETTET DIE NASHÖRNER" e.V.
c/o Kilian Hermann

Almenrauschstrasse 28
85521 Ottobrunn
 
Telefon 0 89 / 6 09 71 62
Fax 0 89 / 66 56 08 52
 
kilians.rhinos@mucl.de
 


 
 
Nashörner - zu begehrt um zu überleben?
 
Schon seit 60 Millionen Jahren leben auf der Erde Nashörner in den unterschiedlichsten Formen. Von den 170 Arten, die zum Teil auch in unseren Breiten zu Hause waren, nehmen sich die 5 verbliebenen Arten eher bescheiden aus.
 
Zwei Tonnen Lebendgewicht und Horndolche wie aus der Dinosaurierzeit, das alles auf vier Säulenbeinen, die den Koloß in federndem Trab schneller als einen 100-Meter-Läufer sprinten lassen: Das sind die Markenzeichen eines Tieres, das oft als Symbol für Urkraft und Wehrhaftigkeit gilt.
 

 
Doch gerade das Nasenhorn, das den Kraftprotz selbst für Löwen unangreifbar macht, ist ihm zum Verhängnis geworden, seit die Gier des Menschen nach dieser Hornsubstanz geweckt wurde. Statusdenken, Aberglaube und skrupellose Geldgier brachten in diesem Jahrhundert alle Arten an den Rand des Aussterbens, und es bedarf großer Anstrengung, dass es auch weiterhin Nashörner in Freiheit geben wird.
 
Allein in den letzten 25 Jahren wurden die drei asiatischen Nashornarten fast ausgerottet. Während sich der Bestand des Indischen Panzernashorns erholen konnte, ist eine Unterart des Javanashorns schon ausgestorben.
 
Das Afrikanische schwarze Nashorn (Spitzmaulnashorn) von dem es 1970 immerhin noch 65.ooo gab, ist auf einen Bestand von unter 2000 zusammengeschossen worden. Allein in Kenia haben die Wilderer 90 % der Nashornpopulation ausgelöscht.
Aus den Reservaten in Namibia und Südafrika gibt es positive Berichte. Nirgendwo auf der Welt gibt es zur Zeit mehr Nashörner als dort.
 
Im Ngorongoro-Krater in Tansania und dem angrenzenden Serengeti-Nationalpark und der Massai Mara leben Dank großem, auch finanziellen, Engagement wieder 64 Spitzmaulnashörner.
 
Die Bestände der Weißen Nashörner (Breitmaulnashörner) haben sich erfreulicherweise gut erholt und der Bestand ist dank umfassenden Schutzmaßnahmen auf rund 11.000 Tiere angestiegen.
Eine Unterart, die nördlichen Breitmaulnashörner, sind noch im Garamba-Nationalpark anzutreffen. Durch die anhaltenden Bürgerkriegswirren können die Projekte in der demokatischen Republik Kongo /ehem. Zaire) allerdings nicht mehr vernünftig arbeiten und die Zahl der Wilderungen, unter allen Tieren, nimmt zu.
 

Der Handel mit Nashornhorn ist weltweit verboten, doch illegal wird es immer noch gehandelt und es werden für ein Kilogramm Horn 600 - 750 US$ gezahlt und ein Horn kann leicht 3-5 kg auf die Waage bringen.
Fast alles gewilderte Horn wird über den Sudan geschmuggelt.In arabischen Ländern, speziell im Jemen und Oman gilt eine Dolchscheide als Statussymbol.
Während früher nur reiche Scheichs sich so einen Krummdolch leisten konnten sind durch das Ölgeschäft viele Jeminiten reich geworden und können sich auch einen "richtigen Krummdolch" leisten.
In der traditionellen asiatischen Medizin werden dem pulverisierten Horn heilende Kräfte bei unterschiedlichen Krankheiten nachgesagt, vor allem in fiebersenkenden Mitteln ist es ein wichtiger Bestandteil. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wird es - bis auf einige Ausnahmen in der indischen Heilkunst- in der chineschischen Medizin nicht als potenzsteigerndes Mittel verwandt. Zum Nachteil der Nashörner steigt auch hier die die Zahl derer, die sich eine so teuere "Medizin" leisten können, an.
 

 

 
Quellen: WWF, ZGF.
Fotographien dieser Seite: Maggie Heyworth / ZGF
Herausgeber: Verein "Rettet die Nashörner e.V."

 

 

 
Kleine Nashornkunde
 

 
Das Nashorn hat kein echtes Horn wie z.b. eine Kuh, sondern es besteht aus Keratin, eine Substanz die auch in unseren Fingernägeln vorkommt. Man könnte auch sagen es sind zusammengeklebte Haare.
Dieses Horn ist aber genauso hart wie ein echtes Horn, hat jedoch den Vorteil, dass es wieder nachwächst falls es einmal abgerissen wird. Das Horn eines Nashorns wächst im Jahr ca.6cm.
Nashörner sind Unpaarhufer wie die Tapire. Sie haben drei bis an die Hufe in ein Sohlenpolster eingebettete Zehen, die Mittelzehe ist am stärksten ausgebildet.
Nashörner werden ca. 40 Jahre alt.
Die Tragzeit beträgt 13-16 Monate. Sie bringen sie ein Junges zur Welt, dass sie bis zu 2 Jahren säugen. Nach 8-9 Jahren ist es erwachsen.
Nashörner sind sehr kurzsichtig. Scharf können sie maximal 40 Meter weit sehen. Dafür ist ihr Gehör und der Geruchsinn sehr gut ausgebildet.
Obwohl sie gemütliche Geher sind, können sie eine Geschwindigkeit von 45-55km/h erreichen.
 

 
Von den fünf heute lebenden Nashornarten sind drei Arten in Asien, und zwei Arten in Afrika anzutreffen.
 
Asiatische Nashörner
 


-Sumatra Nashorn:
 Das Sumatranashorn (Dicerorhinus sumatrenis ) ist die älteste existierende Form. Es hat 2 Hörner, zwei schwach ausgebildete Schneidezähne. und ist das einzige Nashorn mit einem Fell. Es ist rotbraun. Der Rücken ist am dichtesten behaart, an den Ohren ( besonders bei der Unterart lasiotis ) und an der Schwanzspitze hat es längere Haare.
Größere Populationen befinden sich nur noch in Sumatra, in den Nationalparks z.B. Gunung-Leuser und in Malaysia z.B. im Taman Negara Nationalpark.
Auf Sabah, Sarawak und Borneo gibt es noch ein paar Tiere der kleinsten Unterart D.s.harrisoni.Das Sumatra Nashorn wird nicht nur von den Wilderern bedroht, sondern auch von den Holzfällern, die seinen Lebensraum zerstören, sowie von den Betreibern der ölpalmplantagen, da die Nashörner die noch in den verbliebenen isolierten und ungeschützten Waldinseln leben, bei Nahrungsmangel die Plantagen besuchen.
Das "Sumatra-Rhino captive breeding project" kümmert sich in Sumatra und Malaysia um die Erhaltung der Nashörner.
 
Gewicht: 500 bis 820 kg
Schulterhöhe: 1,25 bis 1,4 m
Kopf-Rumpflänge von 2,50-2,80 mBei männlichen Tieren sind die Hörner 3 mal länger .
Rekordlänge des ersten Hornes-82cm
Tragezeit: 462-489 Tage
Geburtsgewicht: 35 kg
Geburtenabstand: um die 4 Jahre.
Lebensraum: Tropischer Regenwald, heute auch im Bergwald
Nahrung:Blätter, Kräuter und Früchte.
Lebenserwartung: 35 Jahre
Bestand: 1995- 390 bis 540, 2000 ungefähr 300

 


-Indisches Panzernashorn:
 
Es hat ein Horn und zwei hauerartige Schneidezähne in Unterkiefer.Durch seine Hautfalten entsteht ein gepanzertes Aussehen. Die Indischen Panzernashörner sind Einzelgänger.
 
Gewicht: Bullen 2.000 bis 2.500 kg, Kühe 1.700 bis 2000
Schulterhöhe: 1,70 bis 1,90 m
Kopf-Rumpflänge: 3,55 m
Anzahl der Hörner: eins, Rekordlänge 61 cm
Tragezeit: 480 bis 516 Tage
Geburtsgewicht: 55 bis 81 kg
Geburtenabstand: um die 4 Jahre.
Lebensraum: Tropischer Regenwald mit Seen, Sumpfland
Nahrung:Gräser,Zweige und Wasserpflanzen.
Lebenserwartung: 40 bis 45 Jahre
Bestand: 15.Jahrhundert ca. 500.000, 1960 ca. 750, 2000 ca. 2482.
Durch strenge Schutzmassnahmen konnte sich der Bestand erholen, allerdings leben alleine 1129 Tiere im Kaziranga-Nationalpark in Hinterindien.

 

-Java Nashorn:
 Das Java Nashorn hat ein Horn und die gleichen Schneidezähne wie das Indische Panzernashorn. Es hat auch die Panzerähnlichen Hautfalten. Es sieht aus wie eine kleine Kopie des Indischen Panzernashorn.
Das Java Nashorn ist das am meisten bedrohte Nashorn, eine der drei Unterarten, R.s.inermis ist ausgestorben. Auf Java leben im Ujung Kulon Nationalpark ca 43 bis 57 Tiere der Indonesischen Unterart (R.s.sondaicus).Im Cat-Tien-Nationalpark in Südvietnam leben noch 5-8 Tiere(R.s.annamiticus), die noch nie von der Wissenschaft gesehen wurden. Durch eine automatische Kamera ist es gelungen eines dieser Java Nashörner zu filmen.
 
Gewicht: 1.000 bis 1.400 kg
Schulterhöhe: 1,40 bis 1,50 m
Anzahl der Hörner: eins, Rekordlänge 81 cm
Tragezeit: ca.480 Tage
Geburtsgewicht: unbekannt
Lebensraum: Tropischer Regenwald bis zu 2.000 m über Meeresspiegel
Nahrung: Blätter, Früchte
Lebenserwartung: ca. 40 Jahre
Bestand: ca.60

 
Afrikanische Arten:
 
Es gibt in Afrika das Breitmaulnashorn (weisses Nashorn) und das Spitzmaulnashorn (schwarzes Nashorn). Das weisse Nashorn ist aber nicht weiss, die Bezeichnung beruht auf einem Übersetzungsfehler.
Als die Engländer in Südafrika die wissenschaftliche Systematisierung der Nashörner vornahmen übersetzten sie das Burische Wort "wijde" was weit oder breit heisst einfach in "white" also weiss. Dazu kommt, dass durch die Vorliebe der Nashörner für Schlammbäder ihre graue Haut von einer weissen Schlammschicht überzogen ist.
Die Afrikanischen Arten haben jeweils zwei Hörner und keine Schneid- und Eckzähne, sondern in jeder Kiefernhälfte sieben Backenzähne.
 

 

- Breitmaulnashorn:
 
Vor mehr als zwei Millionen Jahren breitete sich der afrikanische Regenwald quer durch den Kontinent aus, so dass er eine unüberwindbare Barriere für die Nashörner wurde und so gibt es bei den Breitmaulnashörnern eine südliche und eine nördliche Unterart.
Es hat zwei Hörner und ist ein Weidetier, dass sich hauptsächlich von Gras ernährt. Sein breites Maul ist dazu ideal geeignet.
Es ist mit 1,50 bis 1,80 Meter Höhe, vier Meter Länge und einem Gewicht von drei Tonnen nach den Elefanten das grösste an Land lebende Säugetier.
 
Nördliches Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum cottoni)
Einst lebte es in Uganda, Tschad, Sudan, Zentralafrikanische Republik und im Kongo. Zwar gibt es unbestätigte Berichte vereinzelter Sichtungen im Sudan, sicher ist jedoch nur, dass einige Tiere in der Demokratischen Republik Kongo (ehem. Zaire) noch überlebt haben. 1985 lebten 13 nördliche Breitmaulnashörner in Garamba-Nationalpark.
Dank dem personellen und finanziellen Einsatz von WWF und ZGF gelang es den Bestand auf ca. 36 Tiere zu erhöhen.
Durch den seit 1998 tobenden Bürgerkrieg war grösstenteils keine oder eine nur eingeschränkte Projektarbeit möglich und die Wilderei stieg, unter allen Tieren, deutlich an.
Im April 2000 wurden von einem Überwachungsflugzeug aus 24-30 Tiere gezählt. Da die Flugzeit begrenzt war konnten keine genauen Angaben gemacht werden. Neuesten Meldungen nach (2004) sind Wilderer verstärkt in den Park eingedrungen.
 
Südliches Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum simum)
In den 80 er Jahren stand das südliche Breitmaulnashorn mit nur noch 12 Tieren am Rand der Ausrottung.
Strengste Schutzmaßnahmen und intensive Zucht haben es vor dem entgültigen Verschwinden bewahrt.In den Namibischen und Süd-Afrikanischen Nationalparks wuchs der Bestand auf rund 10.000 Tiere an. Nirgendwo auf der Welt sind so viele Nashörner anzutreffen als im südlichen Afrika, und dort darf diese Unterart sogar wieder kontrolliert gejagt werden.

 
 

- Spitzmaulnashorn (schwarzes Nashorn)
 
Es hat zwei Hörner, das vordere ist länger, es kann bis zu 1,38 m langwerden.
Das Spitzmaulnashorn frisst hauptsächlich Blätter die es mit seinen spitzen, nach vorne ausstreckbaren Lippen abpflückt.Es ist etwas leichter und kleiner als das Breitmaulnashorn, aber um einiges temperamentvoller.
Vergliche man die Nashörner mit unseren Rindern, wäre das Breitmaulnashorn die Kuh, und das Spitzmaulnashorn der Stier.
 
Gewicht: Bullen 900 bis 1.300, Kühe 800 bis 1000 kg
Schulterhöhe: 1,40 bis 1,60 m
Anzahl der Hörner: zwei, Rekordlänge erstes Horn 120 cm
Tragezeit: 450 bis 500 Tage
Geburtsgewicht: 30 bis 45 kg
Lebensraum: offenes Buschland, Savanne
Nahrung: Blätter
Lebenserwartung: ca. 40 Jahre in Gefangenschaft
Bestand: 1800 - über 1 Million, 1999 - 2.600, 2001 - 3.100.
 
Die einzige Nashornart von der es noch grosse Bestände gibt ist das Spitzmaulnashorn, schrieb 1970 Prof. Bernhard Grzimek. Gut 65.000 Tiere gab es damals. Was dem Spitzmaulnashorn in den darauf folgenden zehn Jahren widerfuhr, ist einer der dramatischten Bestandseibrüche , die einer grossen Säugetiereart in jügster Zeit überhaupt erlebt hat. Die geringen Restbestände in den anderen Staaten, sind so verstreut, dass sie praktisch keine Möglichkeit haben sich fortzupflanzen.
Das Spitzmaulnashorn gehört zu den am meisten bedrohten Säugetieren auf der Welt.
 
Westliches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis longipes)
Dies ist die seltenste Unterart des Spitzmaulnashorns. Einst lebte es in den Savannen des westlichen Zentralafrikas. Heute gibt es im Kamerun noch 7-10 Tiere. Da die wenigen Tiere zesprengt in kleinen Gruppen leben und warscheinlich kaum Kontakt zueinander haben, dürfte das Westliche Spitzmaulnashorn ganz vehement vom unmittelbar bevorstehenden Aussterben bedroht sein.
 
Östliches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis michaeli)
Im Ngorongoro-Krater (Tansania) , wo mein "Patenkind" wohnt gibt es wieder 24 Spitzmaulnashörner, mit den Tieren die in dem Serengeti-Nationalpark und der angrenzenden Massai Mara leben sind es insgesammt 64 Stück.
Einstmals war die Unterart vom südlichen Sudan über Äthiopen und Somalia bis Tansania und Kenia verbreitet. Heute gibt es nur noch in Kenia nennenswerte Bestände sowie einige Tiere in Tansania und Ruanda.
Im Serengeti-Ökosystem, zu dem auch der Ngorongoro-Krater zählt, konnte nur durch das grosse Engagement der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt e.V. der Bestand der Nashörner in Tansania gesichert werden.
 
Südwestliches Spitzmaulnashorn ( Diceros bicornis bicornis)
Von dieser Unterart gibt es heute noch einige hundert Tiere in Namibia. Vereinzelte Tiere könnte es noch in Angola geben. Einstmals kam es neben den beiden Ländern auch noch in Botswana und Südafrika vor, wo in den letzten Jahren auch wieder kleinere Bestände angesiedelt wurden.
 
Südliches Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis minor)
Es ist die heute am weitesten verbreitete Unterart des Spitzmaulnashorns. Von Tansania bis Südafrika kommt es noch vor, mit den stärksten Populationen in Südafrika. Als ausgestorben galt es bislang in Botswana und Angola sowie Sambia.
Sambia kann nun von dieser Liste gestrichen werden.
Zur Zeit (2006) leben dort 15 Nashörner, die aus verschiedenen Nationalparks Südafrikas eingeflogen wurden. Nun sollte die Population gross genug sein, um von selbst wachsen zu können.
Im Jahr 2004 wurde nach 20 Jahren endlich wieder ein Spitzmaulnashorn geboren. Im Mai 2003 hatte die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) gemeinsam mit der Naturschutzbehörde Sambias die Rückkehr der Spitzmaulnashörner in das ostafrikanische Land eingeleitet. Das erste Nashornkalb in Freiheit gab dem Projekt Auftrieb.
 

 

 
Quellen: WWF, ZGF, Dr.Rudolf Lammers, T.Murray-Smith, B.Grzimek, Stefan Kobold / Augsburg
 
 
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